Kamaldulenserorden

Der 1012 in Italien von Romuald gegründete Kamaldulenserorden ist das Ergebnis einer der strengsten Klosterreformen des 10. Jahrhunderts. Bekannt unter seinem vollständigen Namen „Kongregation der Kamaldulensermönche“, pflegt der Orden eine sehr asketische Lebensweise mit strenger hermetischer Askese. Während jüngere Mitglieder in einem strengen Kloster leben, wohnen die fortgeschritteneren in der dazugehörigen Einsiedelei.

Da der heilige Romuald nie eine schriftliche Regel erließ, existierten in den Anfangsjahren verschiedene Ausprägungen des Kamaldulenserordens, die sich in Organisation und Art unterschieden. So lebten manche Klöster eher gemeinschaftlich, andere hingegen mehr als Einsiedler. Dies führte 1523 zur Gründung der Reformgruppe Kongregation von Monte Corona.

Seit ihren Anfängen hat die Kamaldulenser-Bewegung Pionierarbeit geleistet, indem sie Aspekte des Einsiedlerlebens östlicher Mönche mit dem Gemeinschaftsleben westlicher Mönche verband. Obwohl die Mönche allein leben und beten, finden gemeinsame Gebete statt. Ihre Ernährung ist streng: Sie essen kein Fleisch und verzichten freitags auf alles außer Brot und Wasser. Während der Fastenzeit sind Milch, Käse, Eier und Butter verboten. Jeder Mönch hat sein eigenes Zimmer, seine eigene Werkstatt und seinen eigenen Garten, wo er allein arbeitet, pflegt aber dennoch den Kontakt zu den anderen Mönchen, um die Gemeinschaft zu erhalten.