Augustiner-Chorherren und Eremiten
Einer der bedeutendsten Bettelorden der mittelalterlichen Kirche war der der Augustiner. Offiziell als Orden der Eremitenbrüder des Heiligen Augustinus bezeichnet, entstand dieser Orden aus den abgeschiedenen Gemeinschaften von Eremiten, die sich streng an die Regel des Heiligen Augustinus hielten.
Im Jahr 1256 berief Papst Alexander IV. sie zusammen, nicht nur um sie zu organisieren, sondern um ihnen die Aufgabe anzuvertrauen, als aktive Prediger und Ordensleute in der Gesellschaft zu wirken und einen stärker dominikanischen Lebensstil zu pflegen. Als geschlossene Einheit verbreitete sich der Orden schließlich in ganz Westeuropa und missionierte. In dieser Zeit schlossen sich ihm weitere, weniger strenge Kongregationen an.
Martin Luther, selbst Augustinermönch, gehörte der deutsch-reformierten Gemeinde an. Obwohl die Eremiten durch die Reformation beinahe vollständig zerschlagen wurden, überlebten sie unversehrt. Heute sind sie weltweit vertreten. (Die strengeren Augustiner-Rekollekten wurden 1588 gegründet.)
Es gab auch eine weitere Gruppe, die dem Augustinerorden angehörte und als Chorherren bekannt war. Im Gegensatz zu den Eremiten wurden sie gemeinhin als „Schwarze Brüder“, Schwarze Chorherren oder Regularkanoniker bezeichnet. Sie zählten zu den ersten in der Kirche, die ein gemeinschaftliches Leben führten und dennoch der Regel des heiligen Augustinus mit ihrem Aufruf zu Armut, Zölibat, Gehorsam und einem strengen klösterlichen Leben folgten. Man nimmt an, dass die Schwarzen Brüder um das 12. Jahrhundert aus Gemeinschaften von Diözesanpriestern in Italien und Frankreich hervorgingen.
Obwohl sie auf den Laterankonzilien von 1059 und 1063 sanktioniert wurden, erfreuten sie sich anschließend großer Beliebtheit. Im 12. Jahrhundert gehörten die meisten Kanoniker der Kirche den Augustinerorden an, doch ihr Ansehen begann zu schwinden, da es ihnen schwerfiel, ihre Ordensregel mit den unruhigen Zeiten des 15. und 16. Jahrhunderts in Einklang zu bringen. Leider wurden viele ihrer Klöster aufgelöst. während der Reformation. Im Laufe der Zeit erholten sie sich jedoch, und bis heute existieren einige dieser Ordensgemeinschaften weiter, darunter die Prämonstratenser-Chorherren und Viktoriner.