Geschichte der Bettelorden

Eine Geschichtsstunde über das christliche Mönchtum wäre unvollständig ohne die Bettelorden. Wer sind sie? Überraschenderweise gehören dazu genau jene Priester, Brüder, Nonnen und Schwestern, denen die meisten von uns im Alltag begegnet sind, darunter Franziskaner, Dominikaner, Karmeliten und Augustiner. Bettelorden ist die Bezeichnung für jene Orden, die von ihren Mitgliedern ein Armutsgelübde und das Vertrauen auf Gottes göttliche Vorsehung fordern.

Diese im 12. Jahrhundert gegründeten Orden entstanden aus dem Bestreben heraus, dem weit verbreiteten Laster und Materialismus der damaligen Zeit in Kirche und Gesellschaft entgegenzuwirken. Diejenigen, die diesen Lebensstil annahmen, strebten danach, dem Aufruf der Kirche zu Armut, Keuschheit, Gehorsam, Nächstenliebe und Vertrauen in die göttliche Vorsehung zu folgen. Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Bettelmönchsbewegung zählten der heilige Franz von Assisi (1181–1226), Gründer des Franziskanerordens, und der heilige Dominikus (1170–1221), Gründer des Dominikanerordens. Schon bald schlossen sich auch die Karmeliten und Augustiner diesen beiden Orden an und lebten deren evangelischen Lebensstil.

Obwohl die Bettelmönche anfangs auf heftigen Widerstand vieler Priester und Prälaten stießen, gewannen ihre Orden rasch an Beliebtheit unter den Gläubigen, insbesondere unter den Armen. Nachdem das Papsttum von ihrem Anliegen erfahren hatte, nahm es sie herzlich auf und unterstützte sie nachdrücklich. Neben bedeutenden Reformen im 13. Jahrhundert brachten diese Bettelmönche einige der herausragendsten Persönlichkeiten der Geschichte hervor: den heiligen Thomas von Aquin, den heiligen Bonaventura, die heilige Teresa von Ávila, den heiligen Johannes vom Kreuz, den heiligen Franz von Assisi und den heiligen Dominikus.